PULP FICTION | Erkenntnisse aus Ost und West

Die ÖPNV-Linie 42 kann noch vor dem 1. Juli ins Himmelreich fahren. Dies hat die Stadtverwaltung am Gründonnerstag mitgeteilt. Zuvor hatte die Redaktion über ein Schreiben der Stadtverwaltung berichtet, das sich anders interpretieren ließ, als dass der vom Stadtrat beschlossene Zeitrahmen nicht eingehalten wird. „Selbstverständlich werden Stadtratsbeschlüsse umgesetzt“, hieß es nun von der Verwaltung eindeutiger, nachdem es recht energische Reaktionen aus Zwätzen gegeben hatte.

Gleichwohl gibt es aus der Stadtverwaltung Kritik an dem Januar-Stadtratsbeschluss für die Linie 42. „Der Zeitpunkt des Beschlusses in direkter Vorwegnahme des Jenaer Nahverkehrsplanes 2021-2026 für die gesamte Stadt wurde durch die Verwaltung wiederholt als fachlich nicht zu rechtfertigen beschrieben. Dies wurde auch nach dem Beschluss des Stadtrats in verschiedenen Gremien kommuniziert und diskutiert“. Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) und Bürgermeister Christian Gerlitz (SPD) hätten sich einen abgewogenen Gesamtbeschluss gewünscht, der die gesamte Stadt im Blick habe und nicht nur Verbesserungen für einen einzigen Ortsteil ermögliche.

Das am 28. Januar gefasste Vorhaben, den Nahverkehr im Himmelreich zu stärken, sei trotz nicht mit Sicherheit auszuräumender rechtlicher Zweifel aktuell gültige Beschlusslage, teilte die Verwaltung mit.

Auch wenn der Nahverkehrsplan nicht mehr vor dem 1. Juli beschlossen werde, sei eine kurzfristig Aufnahme der Linie 42 noch möglich. Dies sei mit dem Landesverwaltungsamt abgesprochen. Mehrere Bürger hatten sich erkundigt, weil sie kaum noch Nachrichten zur Linie 42 hörten. Zu lang war über die Einführung des Pendelbetriebes in das Wohngebiet diskutiert worden.

In einer ersten Reaktion hatte sich am Donnerstag Roberto Wagner (Linke) bestürzt über die Verfahrensweise gezeigt. „So kann man das nicht machen!“, sagte er. Er erinnerte daran, dass sehr lange um den Kompromiss gerungen wurde. Dass das Geld knapp sei, sei allen Stadträten bei ihrer Entscheidung bewusst gewesen, so Wagner, der seit 31 Jahren Ratsmitglied ist. Eine Intervention kündigte auch Torsten Grüne (CDU), der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses im Stadtrat, an.

Die Linie 42 soll Montag bis Freitag tagsüber und stündlich zwischen Milchhof/Schiller-Gymnasium und dem Wohngebiet Himmelreich pendeln. Als Betriebsstart hatte der Stadtrat das erste Halbjahr 2021 beschlossen.

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