MENSCH ÄRGERE DICH (…ABER SINNVOLL) | Ein praktisches Trainingskonzept, um Wut in positive Energie umzuwandeln

Jeder Mensch kennt das: man / frau ist eh schon „geladen“ wegen anderer Dinge und der kleinste Funken kann nun zur Explosion bringen. Wer wütend ist, dessen Körper schüttet Unmengen von Adrenalin und Cortisol aus. Das sind Stresshormone, die die Herzfrequenz und damit den Blutdruck ansteigen lassen, Gefäße verengen und Muskeln verhärten. In seinem Song „Was soll das“ beschreibt Herbert Grönemeyer eine Eifersuchtssituation und textet: „Du kochst gerade sein Leibgericht, meine Faust will unbedingt in sein Gesicht…“. – Ja, genauso ist es. Menschen mit kurzer Zündschnur können – wie Grönemeyer – ein Lied davon singen.

Ärger – und dabei geht es nicht nur um andere Menschen sondern oft auch um persönliche Dinge wie die eigene Leistungsfähigkeit oder Willensstärke – führt schnell zu Wut, Kopfschmerzen oder begünstigt in längeranhaltenden Situationen sogar die Entstehung von Depressionen. Daher ist es essentiell, zu wissen, welche Optionen es gibt, um konstruktiv mit Ärger umzugehen, denn es ist gar nicht so schwer, sein Wut-und-Ärger-Potential in Richtungen vorteilhafter Energie zu lenken. Das CBQ-Trainingsprogramm „Mensch ärgere dich (…aber sinnvoll)“ dient dazu, sich zukünftig entweder nicht mehr zu ärgern oder den Ärger sinnvoll zu überwinden.

Sie haben vielleicht schon einmal davon gehört, dass man / frau sich in Angst-, Lampenfieber- oder Stress-Situationen andere Menschen einfach mal nackt vorstellen soll. Das hat nichts mit Erotik zu tun sondern damit, dass sie einem dann nicht mehr bedrohlich erscheinen und vor allem: es lenkt von Angst, Lampenfieber oder Stress ab. Nach meiner SA5-Methode kann man auch aus dem Ärger-Potential fünf Zutaten entnehmen, die einerseits ablenken und andererseits weiterhelfen. Hier ist mein Ärger-SA5:

1.) An Menschen oder Situationen, die einen ärgern etwas Positives finden

2.) Durch die Analyse des eigenen Ärgers neuen Mut schöpfen

3.) Sich so ärgen, dass man niemanden emotional oder körperlich verletzt und „gut“ aus der Situation herauskommt

4.) Herausfinden und verändern lernen, was andere an unserem Verhalten geärgert hat

5.) Das schwächste Glied in der Ärger-Kette erkennen um sie zu durchbrechen

Der 2007 verstorbene US-amerikanische US-amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut Albert Ellis beschreibt in seinen Büchern zur von ihm entwickelten Rational-Emotive Verhaltenstherapie, dass Emotion, Kognition und menschliches Verhalten niemals getrennt voneinander gesehen werden können. Ellis erklärte stets: a) Wenn wir fühlen, dann denken und handeln wir ebenso. b) Wenn wir denken, dann fühlen und handeln wir danach. Und c.) wenn wir handeln, dann denken und fühlen wir entsprechend.

Heißt: Um eine psychische Störung zu bewältigen – und hierzu zählt auch Ärger – ist also sowohl eine Veränderung der Kognitionen als auch der emotionalen Reaktionen und Aktivitäten notwendig. Bereits der antike Philosoph Epiktet (den ich ja auch gerne bei meinen Gedanken zu „Pflicht und Kür“ zitiere) erkannte: Es sind nicht die Umstände allein, die einen Menschen beunruhigen, sondern die Sicht, die er auf oder über die Umstände oder Dinge hat. Bei „Mensch ärgere dich (…aber sinnvoll)“ wird der Trainingsteilnehmer oder der Coachee angeleitet, Denken und Sichtweisen mit Hilfe seiner Vernunft zu hinterfragen und eine neue hilfreiche Verhaltensoption zu entwickeln.

Das ermöglicht es ihm / ihr im Nachgang sogar, in den unterschiedlichsten Lebensbereichen eine größere persönliche Zufriedenheit zu erlangen, selbstschädigende Gefühlswelten, Angstzustände, depressive Phasen oder gar Schuldgefühle zu bewältigen oder im Idealfall zu überwinden.

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